Hintergrund

Unser Auftrag

14. Januar 2022
Ein besseres Stadtklima, saubere Gewässer, weniger Überflutungen und gesünderes Stadtgrün – es gibt viele Gründe, weshalb wir Regenwasser nicht einfach über die Kanalisation ableiten, sondern vor Ort bewirtschaften sollten. Die Regenwasseragentur ist dafür da, Sie auf diesem Weg zu unterstützen.

Die Folgen des Klimawandels sind in Berlin längst spürbar. Heute schon erleben wir mehr Hitzetage und längere Dürren. In Zukunft kommen häufigere und intensivere Starkregen hinzu. Diese werden die Kanalisation weiter überlasten, die Gewässer verunreinigen und zu mehr Überflutungen in der Stadt führen.

 

Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Ein Zuviel oder Zuwenig an Regen wird Berlin in Zukunft noch stärker prägen. Bis zum Ende des Jahrhunderts wird das Klima in Berlin eher wie das einer Stadt im Süden Europas sein. Die gute Nachricht ist: Wir alle können etwas dafür tun, die Stadt auf diese Veränderungen vorzubereiten.

Die Ressource, die vom Himmel fällt

Anstatt Regenwasser einfach über die Kanalisation abzuleiten, hat sich Berlin auf den Weg gemacht, Regen als Ressource zu bewirtschaften. Es geht darum, möglichst viel Regenwasser vor Ort zu halten und den natürlichen Wasserhaushalt zu stützen. Kurzum: Berlin soll wassersensibel werden – durch die Begrünung von Dächern und Fassaden, die Entsiegelung von Flächen sowie die Speicherung, Nutzung, Verdunstung und Versickerung von Regenwasser.

 

Dies betrifft nicht nur die vielen Neubauvorhaben. Im dichten Innenstadtbereich sind die Handlungsbedarfe am größten. Tausendfache in der Stadt verteilte Maßnahmen können zusammen zu einem besseren Mikroklima, mehr Grundwasserneubildung, sauberen Gewässern, weniger Überflutungen und gesünderem Stadtgrün führen. Das ist das Ziel.

Die Berliner Regenwasseragentur: Meilensteine

Die Koalitionsvereinbarung des Berliner Senats für die Legislaturperiode 2016 bis 2021 enthielt das politische Bekenntnis, in Berlin offensiv Maßnahmen und Instrumente der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung zu entwickeln und umzusetzen. Das erklärte Ziel: die Kanalisation zu entlasten, den Gewässerschutz zu stärken und den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

 

Hierfür sollen die Gebäude- und Grundstücksflächen, von denen Regenwasser direkt in die Mischwasserkanalisation eingeleitet wird, jährlich um 1 Prozent reduziert und neue Wohnquartiere bereits in der Planung an einem dezentralen Regenwassermanagement ausgerichtet werden.

 

Eine zu gründende kommunale Berliner Regenwasseragentur soll unter Einbeziehung sowohl privater wie auch öffentlicher Akteure, aber auch engagierter Bürger:innen, das Land Berlin bei der Erstellung und Umsetzung eines Berliner Regenwasserkonzeptes und der Realisierung eines 1000-Grüne-Dächer-Programms unterstützen.

 

Entsprechend erteilte das Berliner Abgeordnetenhaus dem Senat 2017 den Auftrag, mit den Berliner Wasserbetrieben eine Vereinbarung zur Schaffung einer »Berliner Regenwasseragentur« abzuschließen.

Unter Federführung des Ressorts Wasserwirtschaft berieten Vertreter der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie der Berliner Wasserbetriebe über die Aufgaben einer künftigen Regenwasseragentur.

 

Als Ergebnis eines intensiven Abstimmungsprozesses wurden Grundsätze für die Regenwasseragentur formuliert. Sie beinhalten neben der umweltpolitischen Zielstellung die Organisationsform, Ziele und Kernaufgaben, Zielgruppen, Arbeitsmethoden und Inhalte. Festgeschrieben in einem Eckpunktepapier sind sie Grundlage der Gründungsvereinbarung.

 

Darauf aufbauend haben die Berliner Wasserbetriebe einen Arbeitsplan erarbeitet und mit dem Land Berlin abgestimmt. Dieser sieht unter anderem die nächsten notwendigen Schritte  und die dafür erforderlichen Ressourcen vor.

Die Berliner Regenwasseragentur versteht sich als eine gemeinsame Initiative des Landes Berlin und der Berliner Wasserbetriebe. Vertragspartner sind die Berliner Wasserbetriebe und die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, bei der auch die Federführung für die Steuerung liegt.

 

Die Berliner Wasserbetriebe haben die Regenwasseragentur mit einer eigenen Geschäftsstelle errichtet, als Teil ihrer Organisationsstruktur und ohne eigene Rechtspersönlichkeit.

 

Das Land Berlin finanziert die Regenwasseragentur zu 100 Prozent. Zur Erfüllung der Aufgaben werden Personalmittel und Sachmittel aus dem Landeshaushalt bereitgestellt.

 

Ein fachlicher Steuerungskreis unter der Leitung des Ressorts Wasserwirtschaft dient der direkten Kontrolle und Steuerung der Arbeit sowie der laufenden Kommunikation zwischen den Kooperationsparteien. Dieser setzt sich aus Vertretern der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, der Berliner Wasserbetriebe sowie aus der Forschung zusammen.

Am 4. Mai 2018 war es soweit: Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für das Land Berlin und der Vorstand der Berliner Wasserbetriebe haben die Gründungsvereinbarung unterzeichnet. In dem Abkommen haben die beiden Vertragspartner die wesentlichen Charaktermerkmale der Regenwasseragentur festgehalten. Im Vordergrund steht auch hier die wichtige Netzwerkfunktion:

 

»[Die Berliner Regenwasseragentur] ist ein gemeinsames Projekt des Senats und der Berliner Wasserbetriebe. Sie ist eine Initiative für und mit Private/n, öffentliche/n Dienstleister/n und Wirtschaftsunternehmen. Sie sammelt und verbindet Initiativen, Projekte, Produkte und Lösungen. Sie funktioniert als eine reale und virtuelle Plattform, um auf kommunikativen Wegen für das dezentrale Regenwassermanagement zu werben und zwischen Akteuren zu vermitteln.«

 

»Über den unmittelbaren Austausch mit Hochschulen und Forschungsinstitutionen hat sie Verbindung zum aktuellen Fachdiskurs und unterstützt bei der Umsetzung neuer, innovativer Ansätze. Sie will Bürgerinnen und Bürger, Stadtplaner und Städtebauer, Verwaltung, Unternehmen und Wohnungsbaugesellschaften aktivieren, animieren und zum Netzwerken auffordern, damit die Stadt ,regensicherer’ und klimaangepasster wird.«

 

»Sie ist keine Institution, die hoheitliche Funktionen innehat. Sie betätigt sich auch nicht wirtschaftlich-wettbewerbsmäßig.«

Mit der Unterzeichnung der Gründungsvereinbarung am 4. Mai 2018 hat die Berliner Regenwasseragentur ihre Arbeit aufgenommen. Das vierköpfige Team bestehend aus einer Ingenieurin, einer Stadtplanerin, einer Geografin und einem Kommunikationsexperten sollte zunächst zwei Jahre tätig sein. 2020 wurde das Mandat bis Ende 2024 verlängert und das Team um zwei Umweltingenieure aufgestockt. Zudem unterstützen studentische Hilfskräfte und Praktikant:innen die Arbeit der Regenwasseragentur.

Regenwasserbewirtschaftung ist Teamwork.

Dahin zu kommen ist eine gewaltige Herausforderung – und erfordert das Handeln Vieler. Dabei helfen wir von der Berliner Regenwasseragentur. Wir fungieren als Informationsbörse, Berater, Vernetzer und Dialogplattform für Verwaltungen, Wohnungsunternehmen, Immobilieneigentümer:innen, Planer:innen und Bürger:innen – und für Sie!

 

Hier erhalten Sie einen Überblick über einige unserer Services, die wir mit Unterstützung des Landes Berlin kostenfrei anbieten. Kontaktieren Sie uns – und bringen Sie mit uns die wassersensible Stadt voran! Wir freuen uns auf Sie.