Kombination von Solaranlagen auf einem extensiven Gründach
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Gründach + Solar: Finanzierung und Planung

Photovoltaikanlagen auf einem extensiven Gründach in Süd- und in Ost-West-Ausrichtung
15. Mai 2020
Wer ist ein guter Ansprechpartner für die Kombination aus Dachbegrünung und Solaranlage? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Welche genehmigungsrechtlichen und technischen Anforderungen bestehen? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Berliner Förderprogramme

Berlin fördert sowohl die Solarenergie auf den Dächern der Stadt sowie die Anschaffung eines Solarspeichers (EnergiespeicherPLUS) als auch die Dachbegrünung über getrennte Förderprogramme. Im Programm GründachPLUS ist aber die »Kombination von Dachbegrünung und Solaranlagen […] zulässig und ausdrücklich erwünscht«. Gefördert werden die Mehrkosten, die sich »beim Schichtenaufbau und der Substratverlegung durch die Aufständerung für die Solaranlage ergeben können«.

Kombination Gründach und Photovoltaikanlage
Solarthermische Anlage auf Gruendach
Extensives Gründach mit Solarthermieanlage
Förderprogramme des Bundes

Der Bund fördert über die staatliche KfW Bank unter bestimmten technischen Voraussetzungen wärmedämmende Dachbegrünungen in den Programmen Energieeffizient Sanieren und Bauen – entweder mit einem Zuschuss oder einem zinsgünstigen Kredit (Programme 151, 152, 153 und 430). Alternativ können selbstnutzende Gebäudeeigentümer seit dem 1.1.2020 die Kosten für eine wärmedämmende Dachbegrünung als Sanierungsmaßnahme bei der Steuer absetzen (§ 35c Einkommensteuergesetz).

 

Solarthermieanlagen werden sowohl von der KfW (Programm 270) als auch vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert, Photovoltaikanlagen von der KfW.

 

Genehmigung

Alle bekannten Systeme für die Kombination von Gründach und Solaranlage sind bauaufsichtlich zugelassen. Frühzeitig in der Planung sollte man sich allerdings beim zuständigen Stadtentwicklungsamt (Fachbereich Bauaufsicht) über eine möglicherweise erforderliche Baugenehmigung sowohl für die Solaranlage als auch für das Gründach erkundigen.

Sparen beim Niederschlagswasserentgelt

Extensiv begrünte Dächer halten je nach Standort 50 bis 70 % des jährlichen Niederschlags zurück.

Das entlastet die Kanalisation und macht sich deshalb auch beim Niederschlagswasserentgelt bemerkbar: Das Land Berlin senkt es für Gründächer jeder Spielart – auch kombiniert mit Solaranlagen – pauschal auf 50 %.

Besonderes Augenmerk sollte auf der anschließenden Versickerung des abfließenden Regenwassers liegen. Die Berliner Niederschlagswasserfreistellungsverordnung (NWFreiV) regelt u. a., dass keine schädlichen Stoffe vom Dach ins Grundwasser gelangen dürfen. Werden die hier genannten Voraussetzungen nicht erfüllt, muss die Wasserbehörde die Versickerung erst ausdrücklich erlauben. Das Sicherheitsdatenblatt bzw. die Produktinformation des Herstellers zur jeweiligen Solaranlage weist aus, ob sie wassergefährdende Stoffe enthält oder nicht. Dies dient der Wasserbehörde dann als Entscheidungsgrundlage.

Montage von PV-Modulen auf einem extensiven Gruendach
Solarteure bei der Montage einer Photovoltaikanlage
Planung und Umsetzung

Eine fachgerechte Planung, Ausführung und Instandhaltung sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass die Kombination Solar und Gründach dauerhaft ein Gewinn ist. Bereits frühzeitig in der Planungsphase sollten alle beteiligten Gewerke (Garten- und Landschaftsbaubetrieb, Solar-Fachbetrieb, Gründach-Systemhersteller, Statiker, Dachdecker) eingebunden werden, um die Bauabläufe aufeinander abzustimmen.

 

Koordination

Ein Landschaftsarchitekt bzw. -planer übernimmt dabei idealerweise die Rolle des koordinierenden Planers. Bei kleineren Projekten können auch Garten- und Landschaftsbaubetriebe erste Ansprechpartner sein.

 

Technische Voraussetzungen

Damit die Solaranlage nicht abrutscht, darf das Dach eine maximale Neigung von 5 Grad haben. Das Gebäude muss statisch für das Gewicht von Dachbegrünung und Solaranlage geeignet sein. Extensive Begrünungen haben in der Regel ein Eigengewicht von 80 bis 120 kg/m² (wassergesättigt). Hinzu kommen etwa 14 bis 35 kg/m² für eine Photovoltaik- bzw. 10 bis 25 kg/m² für eine Solarthermieanlage.

 

Die zulässige Nutzlast für genutzte Dächer liegt laut DIN 1055-3/2006-03 bei 200 kg/m² (Einzellast) bzw. bei 400 kg/m² (Flächenlast). Für nicht genutzte Dächer gibt es lediglich einen Maximalwert für eine Einzellast von 100 kg/m². Eine pauschale Aussage, ob sich ein Dach statisch für die Kombination Gründach und Solar eignet, ist nicht möglich. Hier hilft ein Statiker weiter.

Absturzsicherung auf einem extensiven Gruendach mit Solaranlage
Für die Pflege eines Gründachs braucht es eine Absturzsicherung. Um die Photovoltaikanlage herum verläuft die Blitzschutzanlage.

Sämtliche Teile der Solaranlage müssen innerhalb einer Blitzschutzanlage liegen und zugleich einen Sicherheitsabstand von 0,5 m dazu einhalten. Es gelten die Regeln der Normenreihe DIN EN 62305/VDE 0185-305. Ein Elektrofachplaner hilft hier weiter.

Wartungsgang zwischen PV-Modulen auf extensivem Gruendach
Wartungsgang zwischen zwei Reihen Photovoltaikmodulen in Ost-West-Ausrichtung
Die Photovoltaikmodule brauchen genügend Abstand zum Grün, um nicht verschattet zu werden.

Wird die Solaranlage Richtung Süden ausgerichtet, bestimmt sich der Abstand zwischen den Modul- bzw. Kollektorreihen nach dem geografischen Breitengrad. Ihre Höhe und der Winkel der Aufständerung müssen groß genug sein. Generell gilt: je nördlicher das Dach, desto größer die Abstände. Hier wie auch bei einer Ost-West-Ausrichtung müssen die Gänge zwischen den Reihen breit genug für Instandhaltung und Wartung von Gründach und Solaranlage sein.

 

Wichtig sind zudem Absturzsicherungen. Die Bepflanzung muss zudem einfach gepflegt werden können, ohne dass Kabel o. Ä. im Weg sind.